Marc Erwin Babej - Mask of Perfection - Galerie Julian Sander

Marc Erwin Babej – Mask of Perfection

23 Oct - 18 Dec, 2015

Location: Gallery

a Marc Erwin Babej solo show

Marc Erwin Babej – Mask of Perfection

Eröffnung: Freitag 23. Oktober, 19-21 Uhr

Schönheit als Produkt? – Dem, was wir subjektiv als schön empfinden und sozio-kulturell als schön definieren, tritt das quasi wissenschaftliche, geometrisch-handwerkliche Schönheitsideal der plastischen Chirurgie gegenüber.

Die von Marc Erwin Babej portraitierten Frauen, zwischen 20 und 29 Jahren, entsprechen in hohem Maße der Norm natürlicher Schönheit in unserer derzeitigen Gesellschaft. Die Chirurgin Dr. LoTempio sollte diese Frauen als Patientinnen betrachten und sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln der Idealvorstellung des Metiers anpassen. Die Frauen wurden zunächst, wie in der plastischen Chirurgie üblich, anhand von Fotos evaluiert. Dr. LoTempio untersuchte daraufhin die Frauen und bereitete sie, mit Hilfe von Markierungen, für einen fiktiven Eingriff vor. Sie legte ihnen eine „Maske der Perfektion“ auf und mit dieser „Maske“ auf dem Gesicht fotografierte Marc Erwin Babej die „Patientinnen“ für seine Serie.

 Marc Erwin Babej hat zusammen mit der plastische Chirurgin Dr. Maria M. LoTempio aus New York zwölf Frauen ausgewählt, portraitiert und mit seiner Serie den Blick auf ein Ideal gerichtet – das Ideal menschlicher Schönheit im Spannungsfeld natürlicher Schönheit und plastisch-chirurgischer Möglichkeiten. Heute ist Schönheit auch ein Produkt und man könnte bedauern, dass sie dadurch verbilligt, trivialisiert und als „Ware“ gehandelt wird. Man könnte aber genauso behaupten, dass Schönheit, durch zunehmend erschwinglichere und weniger invasive Eingriffe, demokratisiert wird. Dass Menschen heutzutage zum ersten Mal in der Geschichte Kontrolle darüber haben, wie sie aussehen wollen und wie gut. Letztlich oszillieren diese gegensätzlichen Positionen auch zwischen der subjektiven Wahrnehmung von natürlicher Schönheit und dem objektiven erfassbaren plastisch-chirurgischen Ideal.

„Ich habe versucht, das Ideal der Schönheitschirurgie bildhaft über die traditionelle, subjektive Wahrnehmung von Schönheit zu legen, um so Diskrepanzen und Spannungen zwischen beiden zu zeigen.“

Der Darstellungsstil von Babejs Fotografien zielt darauf ab, beim Betrachter einem reflexartigen Pro oder Contra entgegenzuwirken. Zwei gegenläufige Verfremdungseffekte sollen diesen offenen Blick befördern: Die Markierungen selbst erschweren, dass sich der Betrachter ungetrübt in die Schönheit der Frauen vertiefen kann. Und gleichzeitig vereitelt der romantisch verklärende, ästhetisierende Stil eine allzu klinische Betrachtungsweise – und somit die Identifizierung mit der Sichtweise der Chirurgie. Wir sehen also gewissermaßen zwei Masken. Aber sehen wir dahinter auch noch Schönheit? Und wenn ja: Welche?

Die Galerie Julian Sander lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung dieser Ausstellung am Freitag, den 23. Oktober ab 19h in die Galerie ein. Die Ausstellung „Mask of Perfektion“ wird bis zum 18. Dezember zu sehen sein.