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Elfriede Stegemeyer

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1908 in Berlin geboren, 1988 in Innsbruck verstorben
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Elfriede Stegemeyer wurde im Jahr 1908 in Berlin geboren. Ihre Kindheit und Jugend ver-brachte sie im fürsorglichen Familienverbund in Bremen. Ihre Mutter war Tochter der Familie Roselius des Bremer Kaffeeunternehmens und ihr Vater für die Firma HAG tätig. Sie ging zur Marie-Roselius-Privatschule. Schon früh zeigte sich ihr starker Wille zu Frei-heit und Selbstständigkeit: Nach einer begonnenen Ausbildung in Haushalts– und Buchfüh-rung setzte sie sich bei ihren Eltern durch und begann in München ein Lehramtsstudium in den Fächern Geographie und Kunstgeschichte; welches sie später in Berlin fortführte. Im Jahr 1930 ging sie an die Staatliche Kunstschule in Berlin. Die Studienzeit in Berlin beein-flusste Elfriede Stegemeyer nachhaltig und lehre sie, sich mit ihrer Umwelt auseinander-zusetzen und diese kritisch zu hinterfragen. Mit ihrem Studienfreund Otto Coenen disku-tierte sie über Politik und Gesellschaft: Hier zeigte sich ihr Bestreben, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und Veränderungen zu bewirken. Im Jahr 1932 folgte sie Coenen nach Köln an die Kölner Werkschulen. Hier knüpfte Stegemeyer Kontakte zu der Künstlergrup-pe „Die Kölner Progressiven“, die sich zum Ziel gesetzt hatten in Zeiten der Umwälzung eine neue zeitgemäße und konstruktivistische Formsprache zu finden. Zu dieser Zeit be-schäftigte sich Elfriede Stegemeyer auch intensiv mit der Fotografie. Sie experimentierte dabei mit alltäglichen Gegenständen, die sie zu neuen Formen zusammensetzte - so ent-stand ein Spannungsverhältnis zwischen Vertrautem und Fremden. Im Fokus stand dabei immer die materielle Verbindung und Bewegung von Gegenständen. Im Jahr 1933 reiste Elfriede Stegemeyer für vier Monate zu Raoul Hausmann nach Ibiza. Dieser untersuchte die Insel im Hinblick auf ihre Sozialgeschichte und die natürlichen Ge-gebenheiten. Beide Künstler verband ein Interesse für soziale Strukturen und Lebensfor-men. Nach einem Zerwürfnis mit Hausmann zog sie im Sommer 1936 nach Ostpreußen. Bevor sie 1938 mit dem fotografieren aufhörte, bereiste sie 1937 Rumänien und 1938 Ju-goslawien bei denen viele Dokumentaraufnahmen der einheimischen Bevölkerung und deren Leben entstanden. Ihr Interesse galt dabei den einfachen Menschen und alltäglichen Formen. Im Jahr 1939 kehrte Elfriede Stegemeyer schließlich nach Berlin zurück. 1941 wurde sie des Hochverrats verdächtigt und von der Gestapo festgenommen und verhört. Sie konnte einer Verhaftung entgehen, stand aber seitdem unter Verdacht. In den Kriegs-jahren befasste sich Stegemeyer mit grafischen Gelegenheitsarbeiten. In den folgenden Jahren setzte sie sich mit dem Folgen des Krieges auseinander, so thematisierte sie Frau-en in zerstörten Häusern und Städten. Ab 1945 arbeitete sie unter dem Pseudonym Elde Steeg. In diesen Jahren wandte sie sich u.a. der Hinterglasmalerei zu; ihre Formsprache bewegte sich dabei immer mehr hin zum abstrakten und surrealen. Gegen Ende der 50er beschäftigte sie sich auch mit dem Medium des Films; im Jahr 1965 entstand ihr erster experimenteller und abstrakter Film „Kaleidoskop“. Die Beschäftigung mit der Montage-technik brachte sie der Arbeit mit Collagen und Assemblagen näher. Sie nutzte dabei Ma-terial aus Illustrierten, Fotos und Postern. Dies führte zu einer Hinwendung zu figurativen Motiven. Im Jahr 1974 zog sie nach Innsbruck. Ihre Arbeit prägte bis zu ihrem Tod im Jahr 1988 künstlerische Vielfältigkeit und ein gesellschaftskritischer Anspruch. Dabei sprach sie der Kunst eine Vermittlerrolle zur Welterkenntnis zu, die auch darin lag, ein neues Natur-bewusstsein zu schaffen und so Mensch und Natur wieder in Einklang zu bringen. Elfriede Stegemeyer, born in 1908, was a German painter, photographer and cinematic artist. She studied art in Berlin and later in Cologne, where she eventually joined the Cologne-based artistic circle Kölner Progressive in 1932. Among her companions were Heinrich Hoerle, Franz Wilhelm Seiwert and Raoul Hausmann. Stegemeyer explored the different means photography offered, by pushing the medium's boundaries. She produced photograms, photo montages, and still lifes, creative and dynamic compositions that inspired new perspectives.Much of her work has been destroyed in Berlin during World War II. Later, she started working again under the pseudonym elde steeg. Elfriede Stegemeyer died in 1988.
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1908 in Berlin geboren, 1988 in Innsbruck verstorben
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