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Xu Yong

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Xu Yong, geboren 1954 in Shanghai (lebt in Beijing) machte zunächst eine polytechnische Ausbildung in Luoyang und arbeitete in einer Werbeagentur bevor er zur Fotografie kam.   Als Xu 35 Jahre alt war, brachen in Peking im Frühjahr 1989 studentische Proteste aus. Auslöser war der Tod von Hú Yàobang, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas. Die Proteste richteten sich die Regierung, die an einem starren Kurs inmitten des dramatischen Wandels in der Sowjetunion und in Osteuropa festhielt. Der zentrale Ort dieser Proteste war der Tian'anmen-Platz. Menschen gingen für Demokratie und Pressefreiheit sowie gegen Korruption und Zensur auf die Straße. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni beendete das chinesische Militär die Proteste. Unter den Protestierenden war auch Xu Yong, der instinktiv, von seiner Neugier geleitet, mit seiner Kamera die tumulthaften Szenen über knapp 50 Tage dokumentierte. Eine Veröffentlichung seiner Fotos war unmöglich, da alle Informationen und Fotos von der chinesischen Regierung streng zensiert wurden.   25 Jahre lang lagerten die Aufnahmen in Xu Yongs Archiv. Yong verzichtet auf eine Bearbeitung der Bilder und reproduziert die farbverkehrten Negative, die sich erst durch die Farbumkehr-Funktion des Handys oder Tablets dechiffrieren lassen. Er liefert so einen unwirkliche wirkenden und zugleich unverfälschten Blick auf die historischen Ereignisse. Für Xu Yong war es ein großes Anliegen die Bilder als Material und Zeugnis zu veröffentlichen und dessen historisch bedeutsamen und politischen Inhalt künstlerisch umzusetzen. Durch die Veröffentlichung dieser als Negative wird im übertragenen Sinne mehr sichtbar als die Fotografien selbst zeigen. Sie spiegeln die schwierige Situation der Zensur in China wieder. 2014 veröffentlichte Xu Yong seine Fotos in einem Buch. Bis heute verhindern die Zensurbehörden von China den Vertrieb. Ein im November 2015 vom Kettler Verlag herausgegebene Neuauflage macht das Buch verfügbar.   Für weitere Fragen und Informationen zum Künstler wenden Sie sich bitte an die Galerie Julian Sander.
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