Exhibition

Brocante: La Maison de Chineur fondée à Cologne en 1940 Images and Objects from the Gerd Sander collection

8.Feb - 2.May 2020

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Otto Steinert – Weegee – Robert Lebeck – Chargesheimer – Clarence Laughlin – Josef Sudek – Frantisek Vobecky – André Kertész – Peter Keetman – Claude Tolmer – Louis Faurer – Umbo – Gerard Fieret – WOLS – Harold Edgerton – Walker Evans – August Sander – Lisette Model – Maurice Tabard – Hugo Erfurth – Aaron Siskind – Paul Citroen – Adolf Lazi – Erwin Blumenfeld – Marcel Broodthaers – Jaromir Funke – F.C. Gundlach – Helen Levitt – John Cohen – Ed van der Elsken – Toni Schneiders – u.v.m.

 

Die Galerie Julian Sander freut sich, eine ganz besondere Ausstellung zu Ehren des 80. Geburtstages Gerd Sanders ankündigen zu dürfen.

Die Ausstellung, die am Freitag, den 7. Februar 2020 um 18 Uhr eröffnet wird, erinnert an Gerd Sanders Leben in der Kunstwelt. Es handelt sich um eine sorgfältige Auswahl von Werken aus allen Genres der Sammlung Gerd Sanders. In gewisser Weise ist es auch eine Abrechnung mit einer sich verändernden Kulturlandschaft und eine Erinnerung daran, dass wir als Zuschauer für die Künste ebenso verantwortlich sind wie für die Künstler, die sie produzieren.

1940 wurde Gerd Sander in ein Kriegsland geboren. In den folgenden vier Jahren erlebte er zusammen mit seiner Mutter Gertrud die zunächst allmähliche und dann sehr plötzliche Zerstörung seiner Heimatstadt Köln. 1944 zog Trude mit dem jungen Gerd Sander nach Gummersbach, wo sie bis Kriegsende blieben. Während dieser Zeit war Gerds Vater Gunther als Soldat in die deutsche Armee eingezogen, ebenso wie alle jungen Männer, die körperlich in der Lage waren zu kämpfen. Nach Kriegsende befand sich Gunther in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager, aus dem er im August 1945 entlassen wurde.

Gunther kehrte zu seiner Frau und seinem Sohn zurück, um beim Wiederaufbau der Überreste ihres Lebens in Köln zu helfen. Im Herbst 1945 brachte Gunther seinen einzigen Sohn Gerd in das Haus im Westerwald, in dem seine Eltern August und Anna seit 1944 lebten. Hier sollte Gerd seine Reise der visuellen Entdeckung beginnen. August Sander hatte es geschafft, einen kleinen Teil seiner Arbeit und seiner Bibliothek vor den Bombenangriffen auf Köln zu retten. Da Gerd im Alter von 5 Jahren noch nicht lesen konnte, blätterte er in den Büchern, die August gerettet hatte. Darunter war natürlich auch Antlitz der Zeit.

August machte Gerd mit seiner unendlichen Leidenschaft für seine Arbeit mit der Kamera und der Dunkelkammer bekannt. Noch wichtiger war aber, dass er seinen Enkel mitnahm, um zu fotografieren. Hier lernte Gerd Sander Fotografie und Kunst zu Sehen und Lesen. Die Neugier, die in ihm durch die frühe Auseinandersetzung mit August Sanders Geist und Auge gewachsen ist, war während seiner gesamten Karriere als Fotograf, Galerist, Archivar, Historiker, Kurator und vor allem als Sammler ein wesentlicher Bestandteil seiner Aktivitäten.

Die internationale Museumswelt verdankt Gerd Sander sein lebenslanges Engagement speziell für die Fotografie als Kunstform. Vor allem aber baute er die Sammlung des Werkes seines Großvaters auf, aus der das August Sander Archiv hervorging, das er 1984 in New York City gründete.

Marcel Broodthaers
"L'auteur est archer", Jean Coignon mit Pfeil und Bogen, 1960